Nedim Gürsel: Der Eroberer
„Die Burg ist also […] heute meine einzige Realität, meine einzige unabänderliche Daseinsberechtigung.“
Der Erzähler dieses Romans ist ein Schriftsteller, der mit Frau und Freunden den Sommer in einer alten Villa, einer Yali, am Bosporus verbringt.
Als seine Freunde bereits wieder abgereist sind, bleibt er noch dort, um seinen Roman über Mehmet II., den Eroberer von Istanbul zu beenden.
Ein Blick aus dem Fenster bringt ihm immer wieder neue Ideen und versetzt ihn in die Zeit des Sultans zurück, der ihn zunehmend fasziniert.
Dabei lässt er sich vom Bosporus, der vor seinem Fenster durchfliesst, mitreissen. Ein fester Halt ist ihm andererseits die Burg Bogazkesen, ihm direkt gegenüber am anderen Ufer, die Mehmet errichten liess bevor er die so ausgehungerte Stadt angriff.
In seinem Roman berichtet der Schriftsteller aus der Sicht verschiedenster Personen über Mehmet und die Eroberung Istanbuls. Zwischen den verschiedenen Kapiteln erzählt er über die Zeit, die er selbst in Istanbul verbringt.
Für geschichtsbegeisterte bietet dieser Roman einen unterhaltsamen Einblick in die Geschichte Istanbuls, auch wenn sie manchmal etwas in die Länge gezogen wird.
Noch heute erinnert viel in Istanbul an die Zeit des Eroberers Mehmet II. Bei einer Schifffahrt auf dem Bosporus lässt man den Blick zur Burg Bogazkesen schweifen und wie der Erzähler des Romans fühlt man sich sogleich mit dieser Zeit verbunden.
Sabrina Studer |