| 
Ahmet Altan:
Der Duft des Paradieses
Ishan Oktay Anar:
Der Atlas unsichtbarer Kontinente
Leyla Erbil:
Eine seltsame Frau
Nedim Gürsel:
Der Eroberer
Yasar Kemal:
Zorn des Meeres
Yasar Kemal:
Auch die Vögel sind fort
Zülfü Livaneli:
Der Eunuch von Konstantinopel
Barbara Nadel:
Der gläserne Käfig
Aziz Nesin:
Sûrname, Man bittet zum Galgen
Emine Sevgi Özdamar:
Die Brücke vom goldenen Horn
Demir Özlü:
Der Beginn einer Liebe
Orhan Pamuk:
Das schwarze Buch
Elif Shafak:
Spiegel der Stadt
Latif Tekin:
Der Honigberg
Ahmet Ümit:
Nacht und Nebel
| | Emine Sevgi Özdamar: Die Brücke vom goldenen Horn
„Zwischen Asien und Europa gab es damals, 1967, noch keine Brücke“
Eine junge Türkin hat genug von der Schule. Angetan von Shakespeare und dank einer grossen Schauspielbegabung, setzt sich der Gedanke vom Theater zu leben in ihr fest. Sie verlässt um 1960 ihre Heimatstadt Istanbul, um in Berlin als Fabrikarbeiterin Geld zu verdienen und später dann in Istanbul die Schauspielschule besuchen zu können. In Berlin kommt sie mit türkischen Kommunisten und 68er Jugendlichen in Berührung und verliert ihre Jungfräulichkeit. Zurück in Istanbul besucht sie eine Schauspielschule und kämpft nebenbei weiter mit den Jungen und den alten Kommunisten gegen die faschistisch agierende Polizei.
Was mit einem Traum von der Bühne begonnen hat, endet in einem blutigen Desaster. Die Istanbuler Linken werden brutal niedergeschlagen, eingesperrt und gefoltert.
Der Roman der deutsch schreibenden Autorin wurde vor allem gelobt für die witzigen Sprachbetrachtungen aus Arbeiterinnensicht. Ausserdem ist es ein Dokument, das zeigt, dass auch die Türkei ihr 1968 hatte. Vor allem aber ist dies ein autobiographisches Buch einer jungen Türkin, welche hin und her gerissen von einer Welt der Liebe zu den Männern und der Politik, ständig zwischen dem asiatischen und europäischen Stadtteil Istanbuls hin und her pendelt.
Janine Grieder
|